Aktuelles Wort

Liebe Gemeinde,

die wohl bekannteste Stelle in der Bibel über die Barmherzigkeit ist das Gleichnis vom barmherzigen Samariter.

Jesus erklärt einem Schriftgelehrten, was es bedeutet den Nächsten zu lieben und wer einem der Nächste ist: Ein Mann geht allein von Jerusalem nach Jericho und wird von Räubern überfallen. Ein Priester und Tempeldiener gehen an ihm vorüber. Erst ein Fremder, ein Mann aus Samarien, hilft dem fast totgeschlagenen, reinigt seine Wunden nimmt ihn auf seinem Esel mit und bezahlt den Wirt für die Pflege. Ein Beispiel grenzenloser Nächstenliebe – ohne Grenzen von Zugehörigkeit zum eigenen Volk, Land oder Glauben.

Barmherzig sein meint, ein offenes Herz für diejenigen zu haben, die Hilfe benötigen. Wer ein offenes Herz hat, der hat einen weiten Blick und lässt das Elend an sich heran. In der Weihnachtszeit fällt uns das meist leichter. Wir geben mit offenerem Geldbeutel und spenden für viele gute Projekte. In den Weihnachtsgottesdiensten wird traditionell für Brot für die Welt gesammelt. Die Kollekte kommt den Ärmsten und Bedürftigsten zu. Manchmal begegnet mir Unmut darüber, dass die Leute „nur“ zu Weihnachten abgeben und verknüpfen das mit der Beruhigung des Gewissens. Ich glaube hingegen, dass die Weitherzigkeit mit der Weihnachtsbotschaft zusammenfällt.

Gott gibt sich selbst – er kommt in unsere Welt. Er zeigt uns barmherzig und liebend, wie wir miteinander und mit Gott leben können. Wer dies in sein Herz lässt, wird über die Weihnachtstage hinaus, erleben können, dass barmherzig sein nicht nur dem hilft, der sie braucht, sondern auch selbst dankbarer, fröhlicher und menschlicher wird.

Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.

Ihr Pastor Benjamin Thom