Aktuelles Wort

Zeit – Ende und Anfang

Liebe Gemeinde,
die Zeit, das Jahr, geht so schnell herum.

Die Natur hat das Jahr schon beendet, hier bei uns im Norden Europas. Die Blätter sind von den Bäumen gefallen, die Stauden sind verblüht, das Gras ruht. Die Tage sind dunkel und kurz. Es ist, als zöge sich alles in sich zurück. Eine Zeit des Besinnens ist das, lange Abende, an denen man zur Ruhe kommen kann, man es sich mit heißen Getränken und Buch und Kerzen gemütlich machen kann.

Ich bin froh, dass ich hier lebe, wo die Blätter tatsächlich von den Bäumen fallen. In einem Land ohne echte Jahreszeiten möchte ich nicht leben. Denn vor dem Advent, wo neu begonnen wird, neue Freude und Hoffnung kommt, möchte ich es auch gerne dunkel haben und gar nicht in der vollen Sonne und im Hellen sein. Ich möchte den Jahreszyklus auch in der Natur erleben.

Im 1. Mose, 8, 22 steht: “Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht!“ Diese Zusage Gottes gibt uns Gewissheit, dass nach schlechten Tagen auch wieder gute kommen. Und auch unser Leben hat einen Anfang und ein Ende, Geburt und Tod, dazwischen bewegen wir uns. Und viele von uns haben in diesem Jahr Eines oder gar Beides erleben dürfen in ihrem Umfeld.

Wie in der Natur, wie in unserem Leben, so hat auch das Kirchenjahr ein Ende und einen Anfang.

Wenn dieser Gemeindebrief ausgetragen wird, sind wir in der dunklen Zeit, in der Natur, aber auch mit dem Ewigkeits-bzw. Totensonntag. Als ich jünger war, konnte ich diese düsteren Kirchenfeste schwer ertragen, ich konnte den Sinn darin nicht finden, so traurige Tage zu begehen. Das Verständnis dafür kam erst mit höherem Alter. Schwer auszuhalten sind sie dennoch.

Aber gleichzeitig gehen wir wieder in eine helle Zeit, das tröstet, lässt Hoffnung aufkommen. Jedes Jahr machen wir uns im Advent wieder bewusst, dass der Retter, der Messias, Jesus Christus geboren wurde und mit ihm Licht und Hoffnung in unser Leben kam.

Daran erinnern uns die hellen und bunten Lichter in der Adventszeit. Alles strebt auf den Weihnachtstag zu, die Geburt Christi. Irgendwie ist das wie eine Wanderung mit Ziel und Weihnachten sind wir angekommen.

Ich wünsche Ihnen und uns, dass wir nicht im Stress um Konsum in dieser Zeit versinken. Das hat unsere Gesellschaft aus dem Advent und Weihnachten gemacht. Versuchen Sie doch einmal, täglich einen kleinen Gedanken an die eigentliche Bedeutung des Advents zu haben. Einen Text zu lesen, ein Weihnachtslied zu singen. Muße eben. Und Vorfreude.

Es grüßt Sie herzlichst Dagmar Gottkehaskamp